← חזרה הרב אלישי זיזוב

פסח

Siebter Tag von Pessach: Ein Werk Gottes ertrinkt im Meer

6.4.2026

Siebter Tag von Pessach: Ein Werk Gottes ertrinkt im Meer

Es gibt eine Midrasch-Erzählung über den siebten Tag von Pessach, die mich immer besonders berührt. Nach der Tradition unserer Weisen ist dies der Tag der Teilung des Roten Meeres, an dem die Israeliten das Meer geteilt sahen und ein Lied sangen.


Doch gerade über diesen Moment sagten die Weisen etwas Überraschendes: Als die Engel den Israeliten zuriefen, sie sollten singen, sagte Gott: „Ein Werk meiner Hände ertrinkt im Meer, und ihr singt?“


Dies ist einer der tiefgründigsten Sätze über Sieg. Nicht, weil er die Freude schwächt, sondern weil er sie richtig definiert. Die Israeliten sangen tatsächlich, aber sie sangen nicht über den Tod der Ägypter. Sie sangen über ihre Rettung. Auch das Lied vom Meer konzentriert sich nicht auf das Sterben des Feindes, sondern auf die Erlösung: „Meine Stärke und mein Lied ist Gott, er ist mir zur Rettung geworden“, „Er ist mein Gott, und ich werde ihn preisen“.


Es gibt einen enormen Unterschied zwischen beidem. Sich über die eigene Rettung zu freuen ist menschlich, richtig und sogar religiös. Sich am Tod des anderen zu erfreuen, auch wenn er ein Feind ist, ist etwas anderes. Hier ziehen die Weisen eine klare Grenze. Es ist erlaubt, Dankbarkeit zu zeigen, aber es ist verboten, den Tod selbst zu feiern.


Vielleicht erklärt dies auch, warum wir am siebten Pessach-Tag den Hallel nicht vollständig rezitieren: Wir sagen Hallel wegen der Erlösung, aber nicht das volle Hallel, weil dieser Tag auch die Erinnerung an das Ertrinken der Ägypter in sich trägt.


Dies ist die tiefe Schönheit dieses Tages. Die Tora verlangt nicht, dass der Mensch gleichgültig ist, wenn er gerettet wird, aber sie verlangt, dass er menschlich bleibt, selbst im Moment des Sieges. Es ist erlaubt, über Rettung zu singen, aber verboten, sich über das Sterben des anderen zu freuen.